Die Zukunftsvision des Leichtelektromobils

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Die Mobilitätskonzepte der Zukunft verheißen Leichtelektromobilen ein großes Marktpotenzial. Vom emissionslosen Freizeitverkehr durchs offene Gelände bis zum vollautomatisierten, altersgerechten Fahren in Gated Communities: Das Einsatzspektrum ist äußerst breit für die vierrädrigen Fahrzeuge mit Elektroantrieb, die bislang überwiegend auf Golfplätzen unterwegs sind.

Studien belegen, dass sich schon heute die Fahrer von Golfcarts und Neighborhood Electric Vehicles (NEV) mehr Komfort und Sicherheit wünschen, beispielsweise ein ESP als Kippschutz für Fahrten im Gelände. Doch um vielversprechende Zielmärkte zu erobern, sind noch wesentlich mehr elektrische und elektronische Funktionalitäten gefragt. Für eine neue Generation an Leichtelektromobilen steht der funktionale Prototyp von GIGATRONIK. Er punktet mit technischen Innovationen für diese Fahrzeugklasse, wie einem vollintegrierten Touchdisplay, der wahlweisen Steuerung über Sidestick oder Lenkrad sowie Notbrems- und Einparkassistenten.

Das neue NEV bietet eine variable Plattform für die Weiterentwicklung bis zur Serienreife. Darin steckt die umfassende interdisziplinäre Kompetenz von GIGATRONIK im Bereich modernster E/E- und IT-Lösungen für die automobile Welt sowie eine Entwicklungszeit von mehr als 30 Monaten. Mehr Informationen rund um das Marktpotenzial und die technischen Features des Leichtelektromobils lesen Sie im folgenden Interview.

Innovation für Leichtelektromobile

  1. Erhöhte Sicherheit durch Fahrerassistenzsysteme wie Notbremsassistent
  2. Platzsparender Radnabenantrieb ermöglicht neue Fahrzeugkonzepte
  3. Connectivity macht Fernzugriff möglich

„Mehr Sicherheit und Komfort durch intelligente Technik“

Kurz-Interview mit Thomas Tannenberger, Bereichsleiter Gesamtfahrzeug E/E, und Eduard Zimmer, Teamleiter Fahrzeugarchitektur und Vernetzung, bei GIGATRONIK am Standort Stuttgart

 

Thomas Tannenberger
Bereichsleiter Gesamtfahrzeug E/E
GIGATRONIK-Standort Stuttgart
thomas.tannenberger@no-spam-pleasegigatronik.com

Wie wollen Sie mehr Menschen davon überzeugen, ein Leichtelektromobil zu fahren?

Kunden fordern vor allem mehr Komfort und Sicherheit. Das erreichen wir durch die Verbindung von Elektronik und IT – unserer Kernkompetenzen. Wir erwarten eine große Nachfrage nach Leichtelektromobilen, die mit intelligenter Technik ausgestattet sind. Allein aufgrund des demografischen Wandels wird der Bedarf an altersgerechten NEVs wachsen, denn damit können sich ältere Menschen die Mobilität innerhalb ihrer Wohnbezirke erhalten. Das setzt bei den Fahrzeugen jedoch komplexe E/E-Funktionen voraus. Zum Beispiel fährt ein vollautomatisiertes Elektroleichtfahrzeug nahezu geräuschlos, was ein gewisses Unfallpotenzial birgt. Wir erhöhen die Sicherheit durch diverse Komponenten wie Ultraschallsensoren, Radar und Kamerasysteme mit Infrarot und HD. Damit werden Personen auf der Fahrbahn erkannt, und das NEV bremst im Notfall selbsttätig. Als wir diese Funktion gemeinsam mit einem Kunden testeten, konnten wir unsere Erfahrung mit einem selbstfahrenden Lkw nutzen. Bei diesem Projekt hatte das Erkennen vorausfahrender Fahrzeuge im Fokus gestanden. Das ist zwar eine andere Größenordnung und setzt eine veränderte Sensorik voraus, aber die Algorithmen, die im Hintergrund ablaufen, sind im Prinzip gleich. Mehr Sicherheit und Komfort erreichen wir auch durch Connectivity. Unser NEV liest über ein integriertes Steuergerät mit CAN-Busanbindung relevante Fahrzeugdaten, u. a. Batterieladezustand, Wartungs- oder Standortinformationen, aus und sendet sie per Mobilfunk an eine Cloud. Über Smartphones oder Tablet-PCs können verschiedene Zielgruppen, wie Fahrzeugnutzer, Hersteller oder Werkstätten, darauf zugreifen.


Was waren die technologischen Meilensteine in der 30-monatigen Entwicklungszeit?

Der heutige Prototyp ist die erste Generation unseres Leichtelektromobils. Es ist ein Standard-Golfcart, das wir um Drive-by-wire sowie einen Einpark- und Notbremsassistenten erweitert haben. Damit stoßen wir aber beim Antriebsstrang und der Fahrdynamik an die Grenzen. Deswegen wird die zweite Generation ein anderes Antriebs- und Batteriekonzept erhalten. Den Antrieb haben wir, die Batterietechnik entwickeln wir derzeit. Die Konstruktion der dritten Generation wird eine komplette Überarbeitung des Fahrzeugs und zielt auf das autonome Fahren. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Realisierung der By-wire-Funktionen fürs Lenken, Bremsen und Beschleunigen. Wir haben bereits einen Sidestick und ein Lenkrad mit Pedalerie integriert. Da es keine mechanische Lenksäule mehr gibt, ist der mechanische Durchgriff entkoppelt, sodass sich das Lenkrad beim autonomen Fahren nicht mehr mitbewegt. Zudem planen wir einen vollständig veränderten Rahmen, eine neue Karosserie und Außenhaut sowie ein hochwertiges Interieur. Diese Version gibt es schon als CAD-Entwurf.

 

Eduard Zimmer
Teamleiter Fahrzeugarchitektur und Vernetzung
GIGATRONIK-Standort Stuttgart
eduard.zimmer@no-spam-pleasegigatronik.com 

»Ein vollautomatisiertes Leichtelektromobil fährt nahezu geräuschlos, was ein gewisses Unfallpotenzial birgt. Wir erhöhen die Sicherheit durch Ultraschallsensoren, Radar und Kamerasysteme. Damit werden Personen auf der Fahrbahn erkannt, und das NEV bremst im Notfall selbsttätig.«

Eduard Zimmer


Vom Prototyp zur Serienreife: Wie soll das gelingen?

Mit unserem Leichtelektromobil haben wir bewiesen, dass innovative Technologien wie Fahrerassistenzsysteme, Umfeld-Erkennung und Connectivity für diese Fahrzeugklasse funktionieren und umsetzbar sind. Die entwicklungsbegleitenden Marktanalysen zeigen zudem für unterschiedliche Zeithorizonte und Einsatzzwecke ein enormes Marktpotenzial auf. Wir haben das Know-how, um die Systeme bis zur Marktreife zu bringen und die von uns entwickelten Technologien auch in bestehende Fahrzeugmodelle zu implementieren. Deswegen sind wir für unterschiedliche Vorgehensweisen offen und können uns eine Zusammenarbeit mit Herstellern von Leichtelektromobilen oder deren Zulieferern ebenso vorstellen wie mit einem Investor.